Klimaschutz
Im September 2022 hat der Samtgemeinderat das Klimaschutzkonzept beschlossen, welches für die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten und die Gemeinde Drochtersen erstellt wurde. Schwerpunkt des Konzepts ist der Maßnahmenkatalog, der 20 Maßnahmen für den Klimaschutz in der Samtgemeinde enthält. Die Maßnahmen sind in fünf Handlungsfelder (Interne Prozesse & Verwaltung, Gebäude und Energie, Mobilität, Wirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit) eingeteilt, sodass alle relevanten Bereiche berücksichtigt sind. Mit der Umsetzung der Maßnahmen hat die Samtgemeinde das Ziel sowohl in der eigenen Verwaltung noch mehr Klimaschutz als bisher zu betreiben, als auch attraktive Strukturen und Angebote zu schaffen, sodass alle Bürger*innen ebenfalls klimafreundlich leben können. Dies betrifft z.B. die Bereiche Mobilität und Gebäude. In der Tabelle sind alle Maßnahmen kurz dargestellt:
Der komplette Maßnahmenkatalog ist im Klimaschutzkonzept einzusehen. Das vollständige Konzept mit integriertem Maßnahmenkatalog kann unten eingesehen und heruntergeladen werden.
Als Fördermaßnahme aus dem Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ (nähere Infos im untenstehenden Reiter Mobilität) wurde ein Radverkehrskonzept für die Samtgemeinde erstellt.
Der Abschlussbericht und die entsprechenden Anlagen Pläne, Steckbriefe und Tabellen stehen unten zum Download bereit.
Kommunen sind verpflichtet Energieberichte zu veröffentlichen. Dieser Pflicht kommen wir an dieser Stelle nach:
Im Folgenden finden Sie aktuelle Informationen zu den Tätigkeiten und Aktivitäten der Samtgemeinde im Klimaschutz.
Verwaltung und interne Prozesse
Die Samtgemeinde ist schon seit einigen Jahren bestrebt Klimaschutz voranzutreiben und setzt dies auch in verschiedenen Bereichen um. So verfügen das Rathaus Himmelpforten und auch das Bürgerhaus Oldendorf über E-Ladesäulen, welche der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, aber vor allem auch für die Dienst-PKW der Verwaltung genutzt werden. Der Fuhrpark der Samtgemeinde soll so nach und nach auf elektrischen Antrieb umgestellt werden. Außerdem wurden E-Lastenräder beschafft, welche bei kürzeren Strecken die Fahrt mit dem PKW ersetzen können.
Neben der klimafreundlichen Mobilität im Rahmen von Dienstfahrten soll auch die Beschaffung für die Verwaltung der Samtgemeinde Schritt für Schritt auf möglichst nachhaltige und klimafreundliche Alternativen umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass Büromaterial, Möbel, IT-Ausstattung und auch Lebensmittel anhand von Kriterien beschafft werden sollen, die den Klimaschutz stärker als üblich berücksichtigen.
Auch im Bereich der eigenen Liegenschaften sind schon viele Projekte mit Blick auf Klimaschutz umgesetzt worden. So kommen bei Neubauten in der Regel Wärmepumpen zum Einsatz und einige Dächer sind bereits mit PV-Anlagen versehen.
Kommunale Wärmeplanung
Der Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten (© EWE NETZ GmbH in Kooperation mit greenventory GmbH) steht hier oder am Ende dieser Seite zum Download bereit.
In den vergangenen Jahren ist zunehmend deutlich geworden, dass Deutschland angesichts des fortschreitenden Klimawandels und internationaler Krisen eine sichere, kosteneffiziente und treibhausgasneutrale Energieversorgung benötigt. Die Wärmeversorgung spielt dabei eine zentrale Rolle. Die kommunale Wärmeplanung (KWP) dient der systematischen Analyse des energetischen Ist-Zustands, der Ermittlung lokaler Potenziale sowie der Bewertung klimafreundlicher Versorgungsoptionen – mit dem Ziel, eine zukunftsfähige Wärmewende zu gestalten. Dabei werden gezielt Gebiete identifiziert, die sich besonders für den Ausbau von Wärmenetzen oder für dezentrale Versorgungslösungen eignen.
Für die Erstellung des KWP beantragte die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten im Jahr 2023 Fördergelder aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Mithilfe der NKI fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Der Zuwendungsbescheid, durch den 90 % der anfallenden Kosten des Berichts abgedeckt werden, wurde dann im Mai 2024 von der ZUG GmbH, dem Projektträger des Bundesministeriums, bewilligt. Im gleich darauffolgend angestoßenen Vergabeverfahren hat sich die EWE Netz GmbH Oldenburg in Kooperation mit greenventory aus Freiburg (Breisgau) den Auftrag gesichert, die Kommunale Wärmeplanung für die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten aufzustellen. Nach einer Bestandanalyse, die das gesamte Gebiet mit einer Fläche von rund 196,4 km² und einer Einwohnerzahl von 18.320 (Stand: 30. Dezember 2024) umfasst, wurde eine Potenzialanalyse vorgenommen. Hierbei wurden technisch erschließbare Potenziale identifiziert und räumlich bewertet. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse wurden im Rahmen von Expertengesprächen mit örtlichen Fachkenntnissen näher betrachtet. Ein wesentliches Kriterium für die Errichtung eines Wärmenetzes ist die Wirtschaftlichkeit. Aufgrund der geringen Bebauungsdichte, nicht vorhandenem Zugang zu kosteneffizienten Wärmeerzeugern und dem fehlenden hohen Wärmeabsatz pro Meter Leitung wurden keine neuen Eignungsgebiete für eine zentrale Wärmeversorgung identifiziert. Folglich wurden keine neuen Gebiete für die Errichtung eines Wärmenetzes eingestuft.
In der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten besteht bereits in der Mitgliedsgemeinde Hammah ein Wärmenetz. Hierdurch werden öffentliche Gebäude und einige Wohnhäuser mittels Biogases und BHKWs zumindest teilversorgt.
Der Abschlussbericht schließt mit dem Zielszenario, Maßnahmen und Wärmewendestrategie sowie einem Fazit.
Im Zielszenario wird die mögliche Wärmeversorgung im Jahr 2040 unter Annahme einer durchschnittlichen jährlichen Sanierungsquote von 1,5 % aufgezeigt. Darauf folgt die Wärmewendestrategie mit Maßnahmensteckbriefen. Da in der Samtgemeinde keine zentrale Wärmeversorgung wirtschaftlich aufgebaut werden kann, hat die Beratung und Information von Bürgerinnen und Bürgern eine besondere Relevanz. Die langfristigen Ziele bis 2035 und 2040 umfassen die konsequente Fortführung einer Strategie zur Dekarbonisierung durch eine Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger zur Entscheidungsfindung in Sachen Heizungstausch und energetischer Sanierung der Objekte mit Empfehlungen für private Haushalte.
Die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) bietet hierbei Unterstützung. Unter anderem werden durch eine Vielzahl von Informationsveranstaltungen für Kommunen, Unternehmen und Private vertiefte Einblicke und Starthilfen in komplexe Themenbereiche gegeben. Auch gibt es Formate für Schulen und Kitas in Sachen Klimabildung.
Ein weiteres KEAN Angebot sind zum Beispiel auch der WärmepumpenCheck - Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen
Dieser gibt Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern eine Orientierung, ob ihr Gebäude für den Betrieb einer Wärmepumpe generell geeignet ist und welche begleitenden Maßnahmen beim Wärmepumpeneinbau vorgenommen werden können, um einen effizienten Betrieb zu gewährleisten.
Mit der Anleitung zum Sanierungs-Check - Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen stellt die KEAN ein weiteres nützliches Tool zur Verfügung.
https://waermeplaene.de/gemeinde-oldendorf-himmelpforten/
Mobilität
Als ländliche Kommune ist nachhaltige Mobilität für unsere Samtgemeinde eine besonders große Herausforderung. Daher ist unser Ziel attraktive Angebote und Infrastruktur für eine klimafreundliche Mobilität z.B. mit dem Fahrrad, dem Car-Sharing oder dem ÖPNV zu schaffen.
Als Kommune sind wir verantwortlich für die Qualität der Infrastruktur und haben selbst in der Hand wie stark die Belange verschiedener Verkehrsmittel berücksichtigt werden. Die Samtgemeinde möchte sich künftig verstärkt für die Förderung des Radverkehrs einsetzen, hierzu gehört ein attraktives Wegenetz, aber auch gute begleitende Infrastruktur für Radfahrer wie z.B. moderne Radabstellanlagen oder Reparaturstationen.
Für Himmelpforten wurde zu diesem Zweck bereits ein Radverkehrskonzept erstellt, die Umsetzung der darin vorgeschlagenen Maßnahmen soll nun Schritt für Schritt angegangen werden.
Auch für den gesamten Bereich der Samtgemeinde soll ein Radverkehrskonzept erstellt werden um so im Laufe der nächsten Jahre auf ein gut ausgebautes und attraktives Radwegenetz hinzuarbeiten.
Einige erste Maßnahmen können bereits mithilfe der Förderung durch das Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ (siehe aktuelle Meldung) umgesetzt werden. Die Förderzusage gilt für 7 Maßnahmen welche die Radverkehrsbelange der verschiedenen Zielgruppen im Schulverkehr, Alltagsverkehr und im Freizeitverkehr berücksichtigen:
- Erstellung Radwegenetz für Schüler*innen
- Querungshilfe K68 /Ramels
- Infomaterial für (Neu-)Bürger*innen zu Radverkehrsangeboten
- Neue Radverkehrsverbindung zwischen Breitenwisch und Burg
- Self-Service-Stationen
- Pedelecverleih in Himmelpforten
- Fahrradboxen mit Lademöglichkeiten bei Erlebnispfad Moor-Wasser-Wald
Ein zusätzlicher Fokus bei der Umsetzung der Maßnahmen liegt auch auf der Stärkung der lokalen Erzeuger*innen und deren Erreichbarkeit.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist ein erster Schritt der Entwicklung der Samtgemeinde in Richtung der „Fahrradregion Oldendorf-Himmelpforten“.
Jedoch werden auch zukünftig noch viele Projekte umzusetzen sein, um das Ziel einer attraktiven Fahrradregion zu erreichen.
Welche Angebote gibt es schon in der Samtgemeinde?
Bürgerbus
Als Ergänzung zu den Linienbussen der KVG fährt der Bügerbus Osteland e.V. von Montags bis Samstags eine fahrplangebundene Strecke im südlichen Teil der Samtgemeinde und verbessert so für viele Bürger*innen die Erreichbarkeit der verschiedenen Orte insbesondere Oldendorf und Himmelpforten. Der Bürgerbus wird von ehrenamtlichen Fahrer*innen betrieben, der Verein freut sich stets über zusätzliche Unterstützer*innen die sich aktiv für das Mobilitätsangebot in der Samtgemeinde einsetzen wollen. Der Fahrplan kann hier auf der Homepage des Vereins eingesehen und heruntergeladen werden.
Anrufsammeltaxi (AST)
Zu Zeiten in denen kein regulärer ÖPNV verkehrt, gibt es als Ergänzungsangebot das Anrufsammeltaxi. Dieses verkehrt entsprechend festgelegter Fahrpläne und bietet in der Regel eine günstigere Alternative zum Taxi. Um das Anrufsammeltaxi zu nutzen, muss mindestens 45 Minuten vor der Fahrt der Fahrtwunsch angemeldet werden. Dies geht telefonisch oder online.
Dorfstromer
Carsharing mit E-Autos auf dem Land zu etablieren hat sich der Dorfstromer e.V. zum Ziel gesetzt. Seit 2019 die ersten Fahrzeuge im Alten Land bereitgestellt wurden hat sich viel getan und es gibt inzwischen auch in der Samtgemeinde zwei Dorfstromer. Einer steht am Bürgerhaus in Oldendorf, der zweite bei der Sparkasse in Hammah. Mitglieder können für eine Nutzungsgebühr die Wagen unkompliziert per App buchen und unkompliziert einsteigen und losfahren. Bis zu 250 km sind pro Fahrt inklusive. Hier gibt’s weitere Infos zum Verein und zur Mitgliedschaft.
Lastenradinitiative
Die Initiative Lastenrad Oldendorf-Himmelpforten verleiht kostenlos ihre Lastenräder an Interessierte Menschen für ein bis drei Tage. Dies bietet die Möglichkeit ein solches Fahrrad im eigenen Alltag zu testen und herauszufinden ob es ggf. eine Alternative zum PKW oder zum Zweitwagen ist. Es gibt verschiedene Modelle die an verschiedenen Standorten ausgeliehen werden können. Die Buchung erfolgt nach der Registrierung online auf der Homepage der Lastenradinitative.
Stadtradeln
Stadtradeln
Seit 2021 nimmt die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten zeitgleich mit dem Landkreis und einigen Nachbarkommunen am Wettbewerb STADTRADELN teil. Bei diesem Wettbewerb geht es darum, in einem festgelegten Zeitraum von drei Wochen möglichst viele Kilometer zu sammeln. Teilnehmen können alle Menschen, die in der Samtgemeinde wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder Mitglied in einem Verein sind. Ziel des Wettbewerbs ist es, möglichst viel CO2 zu vermeiden und den Bürger*innen die Möglichkeit zu bieten, das Radfahren im Alltag zu testen und bestenfalls langfristig vermehrt auf das Fahrrad umzusteigen.
Stadtradeln 2022
Auch im Mai 2022 wurde wieder kräftig in die Pedale getreten und insgesamt 22.308 km für die Samtgemeinde gesammelt. Neben weiteren engagierten Teams, war auch die OBS Oldendorf dieses Jahr wieder als einzige Schule dabei und wurde somit als radelaktivste Schule mit insgesamt 9.311 geradelten km ausgezeichnet. Die weiteren von der Samtgemeinde prämierten Teams / Radler waren:


Radelaktivste Schule: OBS Oldendorf / 9.311 km
Beste Klasse: 7a OBS Oldendorf / 1.995 km
Stadtradeln 2021
Der Auftakt der Samtgemeinde beim Stadtradeln im Jahr 2021 war sehr erfolgreich, so wurden vom 02.-21.09. insgesamt von 261 Radelnden in 9 Teams stolze 34.062 km gesammelt. Auch Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke hat sich in einer gemeinsamen Aktion mit dem Bürgermeister der Samtgemeinde Fredenbeck, Ralf Handelsmann, am Stadtradeln beteiligt. Die beiden fuhren begleitet von einigen wetterfesten Radler*innen mit einem Tandem durch unsere schöne Samtgemeinde. 
Besonders erfreulich ist die Teilnahme der OBS Oldendorf, deren Schüler fleißig mitgeradelt sind und so viele km zum Gesamtergebnis beitragen konnten. Eine weitere bemerkenswerte Leistung hat Volker Luga als Stadtradeln-Star vollbracht. Er hat drei Wochen lang vollständig aufs Autofahren, auch als Beifahrer, verzichtet. Dabei konnte er über 2.500 km mit dem Fahrrad sammeln. Folgende Leistungen wurden von der Samtgemeinde mit einem Preis ausgezeichnet:
Meiste geradelte Kilometer: Team Radsport Himmelpforten / 6.839 km
Meiste Kilometer pro Kopf: Team Kranenburg / 1.092 km pro Kopf
Bester Einzelradler: Volker Luga / 2.530 km
Radelaktivste Schule: OBS Oldendorf / 19.189 km
Beste Klasse: 10a OBS Oldendorf / 2.887 km
Pressemitteilung Landkreis Stade:
© landkreis-stade.de 2.548 Radelnde waren in diesem Jahr beim STADTRADELN im Landkreis Stade fürs Klima und für einen sozialen Zweck unterwegs – das sind 346 Menschen mehr als in 2020. Sie radelten zusammen beachtliche 492.875 Kilometer und haben damit statistisch mehr als zwölfmal die Erde umrundet. Verglichen mit dem Verbrauch eines Autos auf dieser langen Strecke vermieden sie damit Emissionen in Höhe von 72 Tonnen Kohlendioxid.
Landrat Kai Seefried überreichte bei der STADTRADELN-Prämierung jüngst die Preise der fünf kreisweiten Kategorien feierlich an die stolzen STADTRADELN-Gewinner. Im Aktionszeitraum vom 2. bis 22. September wurde der Landkreis Stade wieder zum Schauplatz des sportlichen STADTRADELN-Wettbewerbs. Die Idee dahinter, so Birgit Weißenborn vom Landkreis Stade: „Wir wollen mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen. Denn wer mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fährt, leistet einen Beitrag für weniger Verkehrsbelastung, Abgase und Lärm in der eigenen Umgebung und somit für mehr Umwelt- und Klimaschutz. Die Bewegung fördert die eigene Gesundheit.“
Die Teilnehmenden sammelten als Büromannschaft, Freundeskreis, Verein, Familie, Schulteam oder ganz bunt zusammengewürfeltes Team ihre gefahrenen Kilometer und erfassten sie per STADTRADELN-App oder -Website.
Ergebnisse der Kommunen
Mit den Ergebnissen beim STADTRADELN 2021 wird ein Erfolg gemeinsamer kommunaler Klimaschutzbemühungen im Landkreis sichtbar.
Die Hansestadt Stade erzielte mit 137.743 Kilometern erneut die höchste Fahrleistung, gefolgt von der Hansestadt Buxtehude mit 97.078 Kilometern. In der Samtgemeinde Harsefeld legten die Radlerinnen und Radler 88.558 Kilometer zurück, 10.263 km mehr als im letzten Jahr. Die Radfahrer/innen der Gemeinde Jork erreichten erstaunliche 41.551 Kilometer und steigerten ihre Fahrleistung vom letzten Jahr um zwei Drittel. Als fünftstärkste Kommune und STADTRADELN-Newcomer erreichte die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten gleich stolze 34.062 Kilometer.
Die Radelnden der Samtgemeinde Lühe lagen bei 19.072 Kilometer, die der Samtgemeinde Horneburg schafften 11.795 Kilometer und die Samtgemeinde Apensen erradelte 8.584 Kilometer. Die Newcomer-Gemeinde Drochtersen erzielte 2.898 Kilometer. Bundesweit liegt der Landkreis Stade im Gesamtranking aller STADTRADELN-Kommunen Deutschlands auf Platz 88 von 2.172 Teilnehmerkommunen.
Interesse an interkommunaler Zusammenarbeit
Bei der Prämierung im Kreishaus schilderten Landrat Kai Seefried, der Bürgermeister der Hansestadt Stade Sönke Hartlef, der Bürgermeister der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten Holger Falcke und der Bürgermeister der Samtgemeinde Horneburg Knut Willenbockel ihre Eindrücke: Die engagierte Koordinierung ermöglichte trotz Corona mehrere Events in den Kommunen: Neben der großen Auftaktveranstaltung Am Sande in Stade mit unterschiedlichen Akteuren wie Kommunen, ADFC, Lastenradinitiativen, Fahrrad-Parcours der Verkehrswacht, Klinik-Clowns, Polizei, Dorfstromer, KVG, Stadtwerke Stade, Viebrockhaus, Autohaus Spreckelsen, Kreissparkasse Stade und DRK-Erste-Hilfe-Coaching hatten die Bürgermeister in den drei Aktionswochen vor allem bei den Tandem-Touren durch den Landkreis gemeinsam viel Spaß. Landrat Kai Seefried, mit dem Lastenrad viel unterwegs, regte unter anderem an, mit den Kommunen den Ausbau weiterer Radwege abzustimmen und mehr Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen. Die Bürgermeister stellten übereinstimmend in Aussicht, gemeinsam auch über die eigenen Gemeindegrenzen hinweg, Fahrradwege bauen und vorhandene Wege für eine gute Fahrqualität verbessern zu wollen.
„Gute Taten bewegen!“
Bei der diesjährigen Spendenaktion „Gute Taten bewegen!“, die im Landkreis Stade mit dem STADTRADELN verbunden war, kamen 8.250 Euro für den gemeinnützigen Verein KinderLicht e. V. zusammen, die Kindern und Jugendlichen zugutekommen und die Arbeit der Klinik-Clowns im Elbe Klinikum fördern. Landrat Kai Seefried übergab Claudia Haf, alias Karotti, den Spendenscheck, würdigte die Aktivitäten der Klinikclowns und bedankte sich bei den zehn regionalen Unternehmen, die diese Benefiz-Aktion unterstützt haben. Corona bedingt konnten von ihnen mit Wolfgang Schult, Sparkasse Stade Altes Land, und Heiko Fischer, Rolf Fischer GmbH lediglich zwei Spender-Firmen teilnehmen. Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt davon, wie kreativ die Klinikclowns ihre Arbeit aktuell an die Corona-Situation anpassen und damit weiterhin Kindern und Jugendlichen Freude schenken.
STADTRADELN-Stars
Eine besondere Rolle im Landkreis Stade kam den beiden STADTRADELN-Stars Gerhard Corleis und Volker Luga zu. Beide haben während der dreiwöchigen Radelphase kein Auto von innen gesehen. In ihren STADTRADELN-Blogs berichteten sie über ihre STADTRADELN-Erlebnisse: Der STADTRADELN-Star des Landkreises Stade ist Gerhard Corleis. Der STADTRADELN-Star für die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten ist Volker Luga. Dem STADTRADELN-Star Volker Luga überreichte Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke das vom Klima-Bündnis zugeloste Jahresabo der Zeitschrift MYBIKE. Gerhard Corleis konnte nicht dabei sein und wird später seine Auszeichnung erhalten.
Hier gelangen Sie zum Blog.
Bester Einzelradler
Volker Luga ist 2.530 km im dreiwöchigen Aktionszeitraum geradelt. Das entspricht einer CO2-Einsparung von 372 kg durch eine einzelne Person. Er gewann damit den ersten Preis in der Kategorie „Bester Einzelradler“. Kai Seefried überreichte ihm dafür zwei Jahreskarten für die nächste Elbe-Radwanderbus-Saison vom Tourismusverband Landkreis Stade/Elbe e.V.
Landrat Seefried, Bürgermeister Falcke und Bürgermeister Hartlef ehren drei Schulen
In diesem Jahr gibt es erstmalig sogar drei Preiskategorien für Schulen. Die „Beste Schule“ radelte die meisten Kilometer im ganzen Landkreis. Die „Radelaktivste Schule“ wurde das Schulteam, dessen Mitglieder kreisweit die meisten Kilometer pro Kopf erzielten. Das „Größte Schulteam“ konnte landkreisweit die meisten Mitstreiter zum Mitmachen motivieren. Ihnen wurden drei handgetöpferte Unikate als Wanderpokale überreicht, die sie im nächsten Jahr verteidigen müssen. Alle STADTRADELN-Pokale des Landkreises wurden von Uta Seubert in der Altländer Töpferei aus klimafreundlichem Material in der Region gefertigt.
Beste Schule
Elfriede Schöning nahm als Schulleiterin den Wanderpokal und die Urkunde für das Vincent-Lübeck-Gymnasium Stade (VLG) als „Bestes Team“ mit den meisten Radkilometern stolz von Kai Seefried entgegen. Bereits im letzten Jahr gewann das VLG diese Kategorie und konnte seinen Titel mit 23.280 km gefahrener Leistung und 3.425 kg CO2-Einsparungen überzeugend verteidigen. Bürgermeister Sönke Hartlef ehrte das VLG als bestes Team im Unter-Account der Hansestadt Stade ebenfalls mit einer Urkunde.
Radelaktivste Schule
Mit durchschnittlich 287 km pro Teilnehmer erreichten die 14 aktiven Radelnden der BBS II Stade die beste Leistung pro Kopf. Kai Seefried überreichte der Schulkoordinatorin Uta Fromhage den Wanderpokal und die Urkunde für die „Radelaktivste Schule“. Insgesamt legte das Schulteam 3.895 km zurück und konnte so 573 kg CO2 einsparen. Uta Fromhage wünscht sich, dass im nächsten Jahr mehr Personen für das Team der BBS II Stade in die Pedale treten. Landrat Kai Seefried bestärkte diesen Wunsch und möchte alle Schulen im Landkreis bei der nächsten STADTRADELN-Kampagne gezielt ansprechen noch stärker aktivieren. Dem stimmte Sönke Hartlef zu, der für die BBS II Stade auch eine Urkunde der Hansestadt bereithielt.
Größtes Schulteam
Bürgermeister Holger Falcke war stolz darauf, dass neben dem besten Einzelradler auch das größte Schulteam aus der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten kommt. Er gratulierte der Mobilitätsbeauftragten der Grund- und Oberschule (GOBS) Oldendorf Ines Bohländer, die den Wanderpokal von Kai Seefried entgegennahm. Das Team der GOBS Oldendorf besteht aus 219 Radelnden, die insgesamt 19.189 km geradelt sind und damit 2.822 kg CO2 eingespart haben. Ines Bohländer wies darauf hin, dass sich nur Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Oberschule beteiligt haben. Für das nächste Jahr wünscht sie sich, dass auch die Grundschule im Team dabei ist und das Team noch größer wird.
Bestes Team
Als außerschulisch „Bestes Team“ im Landkreis hat der ADFC Stade mit beachtlichen 19.986 km abgeschnitten. Landrat Kai Seefried und Bürgermeister Sönke Hartlef würdigten diese herausragende Leistung die 36 Radelnde im gemeinsamen Wettstreit erreicht haben. Sie konnten durch Radeln statt Autofahren beachtliche 2.938 kg CO2 einsparen. Ilse von Lacroix nahm Pokal und Landkreis-Urkunde von Kai Seefried sowie die Urkunde von Sönke Hartlef entgegen, schilderte den ambitionierten Wettstreit Ihrer Team-Mitglieder, der zu dem guten Ergebnis geführt hat, und nutzte gleich auch die Gelegenheit für konkrete Anregungen zur Verbesserung der Sicherheit für Radfahrer im Stadtgebiet. Beispielsweise solle der Radweg bei der STADEUM-Ausfahrt farblich kenntlichgemacht werden. Hier komme es oft zu gefährlichen Verkehrssituationen, da von abbiegenden Autofahrern der Radweg nicht genügend wahrgenommen wird. Alle weiteren Ergebnisse und Bilder von der Prämierungsveranstaltung zum STADTRADELN 2021 finden Sie unter www.landkreis-stade.de/STADTRADELN und unter https://www.stadtradeln.de/landkreis-stade
2022 soll die Kampagne voraussichtlich bereits am 7. Mai beginnen.
Warum gibt es STADTRADELN im Landkreis Stade?
Birgit Weißenborn: „Etwa ein Fünftel der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entstehen im Straßenverkehr. Bereits in 2008 startete das Klimabündnis daher die internationale Kampagne STADTRADELN. Es handelt sich um einen Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Jeder Kilometer zählt, erst recht, wenn er sonst mit dem Auto zurückgelegt worden wäre. Dabei liegt der Fokus auch auf der Qualität der Fahrradwege, um langfristig mit einer guten Radinfrastruktur den Radverkehrsanteil zu steigern. Nach einer erfolgreichen, erstmalig in 2020 kreisweiten Durchführung waren auch 2021 wieder alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises aufgerufen, mit ihrer Teilnahme ein Zeichen für Klimaschutz und sicheren Radverkehr zu setzen.“
Klimakonferenz-Simulation PCS und GOBS 2025
Im Januar 2025 fand eine eintägige „Klimakonferenz-Simulation“ als erstmaliges gemeinsames Projekt von Porta-Coeli-Schule und Grund- und Oberschule Oldendorf statt. 65 Schüler*innen der 10. Klassen der GOBS und PCS stellten eine UN-Klimakonferenz nach.
Zu Beginn gab es eine thematische Einführung in die Hintergründe zum Klimawandel und seinen Folgen für die Weltbevölkerung durch den Moderator von „Die Multivision“. Dann wurden die Schüler*innen in Ländergruppen eingeteilt und mussten wie in der Realität durch Verhandlungsgeschick und mit Hilfe ihrer getroffenen Entscheidungen die Erhöhung der Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 auf maximal 2 Grad begrenzen.
Im Laufe von drei Verhandlungsrunden wurde zunächst innerhalb der eigenen Gruppen jeweils die interne Strategie abgestimmt, um dann im Anschluss in die Verhandlungen mit den anderen Ländern bzw. Ländergruppen zu treten.
Die Schüler*innen haben an dem Tag im Rahmen der Simulation das Ziel erreicht, den maximalen Temperaturanstieg bis 2100 auf 2 Grad zu begrenzen. Am Ende des Tages stimmte nicht nur das Verhandlungsergebnis, nebenbei haben die Schüler*innen auch viel über den Klimawandel und die Komplexität internationaler Verhandlungen gelernt, was sich auch im positiven Feedback der Teilnehmer*innen wiederspiegelte.
Ermöglicht wurde die Veranstaltung im Rahmen Klimaschutzmanagements der Samtgemeinde über die Nationale Klimaschutzinitiative.
Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes war ein Förderprojekt:
© ptj.de „KSI: Klimaschutzmanagement – Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes für die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten sowie für die Gemeinde Drochtersen“
Förderzeitraum: 01. April 2021 bis 31. März 2023
Förderkennzeichen: 03K14907
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemission leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab:
Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und intensiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.
Hier kommen Sie zum Projektträger Jülich
Dokumente
| Klimaschutzkonzept 2023 (4 MB) | |
| Radverkehrskonzept Abschlussbericht (8 MB) | |
| Radverkehrskonzept Anlage Pläne (34 MB) | |
| Radverkehrskonzept Anlage Steckbriefe (17 MB) | |
| Radverkehrskonzept Anlage Tabellen (240 kB) | |
| Kommunale Wärmeplanung Abschlussbericht (4 MB) |

